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ca 12:40 Uhr, alles begann mit einem leisen Plätschern...
Als der Mittags-Abwasch gerade fertig war, fiel Bine ein leises Plätschern auf. Dieses Plätschern hatte
ausnahmsweise nicht unsere (mal wieder) im Bad am Wasserhahn spielenden Kinder als Ursache. Es
kam aus der winzigen Abstellkammer hinter unserer Küche. Dort lief Wasser die Wände herunter und es
tropfte ziemlich stark von der Decke. Bine fing sofort an die in der Kammer abgestellten Sachen
rauszuräumen und alles was wir an Eimern und Schüsseln hatten unter die Rinnsale zu stellen, damit sich
das Wasser nicht in unserer ganzen Küche und in der frisch renovierten Wohnung unter uns verteilt.
Inzwischen lief ich zu unserer Nachbarin zwei Etagen über uns um nachzusehen, ob in ihrer Küche
Wasser überläuft oder ein Rohr o. ä. geplatzt ist. Die Nachbarin (wohnt schon seit über 60 Jahren im
Haus) mußte ich aus ihrem gerade begonnenen Mittagsschlaf klingeln um in ihrer Küche nach dem
Rechten zu sehen. Bei ihr war allerdings kein Defekt zu finden. Das Rauschen konnte man hier aber auch
sehr deutlich hören. Das Geräusch und demnach auch das Wasser mußten also aus der leerstehenden
Wohnung zwischen uns kommen. Ich habe mich dann kurz für die Störung entschuldigt, bin wieder
runtergelaufen und habe eine Mitarbeiterin unserer Hausverwaltung über deren Notdienst-Handy gebeten
sofort jemanden zu schicken, der die Wohnung aufschließen, und darin das Wasser abstellen konnte.
ca. 12:50 Uhr, von jetzt an ging alles sehr schnell...
Ich war gerade dabei mit diversen Plastiktüten-Konstruktionen das noch immer von oben kommende
Wasser aufzufangen und in die Eimer zu leiten, als Bine plötzlich ganz aufgeregt angelaufen kam und mir
zurief, daß die Nachbarin von oben Rauch im Wohnzimmer hat und ich die Feuerwehr anrufen soll. In dem
Moment wurde mir bewußt, daß es im Treppenhaus vor der oberen Wohnungstür leicht verschmort
gerochen hatte...
Während Bine unsere Kinder anzog um mit ihnen das Haus zu verlassen und auf dem Weg nach draußen
zusammen mit dem Nachbarn von unter uns (bei dem sie gerade wegen des Wassers Bescheid gesagt
hatte) alle anderen Nachbarn aus ihren Wohnungen zu klingeln, rief ich zum ersten Mal in meinem Leben
den Feuerwehrnotruf 112. Danach lief ich wieder nach oben. Dort stand schon der Nachbar von unter uns
(aus der frisch renovierten Wohnung) um zu helfen. Ich hab nur kurz gesagt "Zieht Euch was über, nehmt
Eure Papiere und dann raus hier..." und schon ging es wieder nach unten. Auf dem Weg nach unten haben
wir noch kurz überlegt, ob wir die Tür der leerstehenden Wohnung aufbrechen und zu löschen versuchen
sollen, hielten das aber für zu gefährlich, da wir die Situation in der Wohnung von draußen nicht beurteilen
konnten. Sowas lehrt uns Hans Meiser...
ca 12:55 Uhr, es gibt noch was zu retten...
Wieder in unsere Wohnung angekommen habe ich dann nur fix eine Jacke übergezogen, den Strom
abgestellt, Computer abgeklemmt und ins Auto in Sicherheit gebracht, Auto weggefahren (Platz für die
Feuerwehr gemacht), wieder ins Haus, Handy, Kamera und Ausweispapiere geschnappt und und wieder
rausgerannt. Da waren die Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge schon zu hören...
13:03 Uhr...
...war die Feuerwehr schon in vollem Einsatz und ist das erste Foto (hier ist es das dritte) entstand.
Nachdem die Feuerwehr wieder abgerückt war, haben wir uns fast alle noch bei den Nachbarn unter uns
bei einer Flasche Wein versammelt um uns von dem allgemeinen Schrecken zu erholen. Das für diesen
Ostermontag in unserem Verein für die Kinder veranstaltete Ostereier-Suchen ist für unsere drei durch die
ganze Sache leider ins (Lösch-)Wasser gefallen.
Zu guter Letzt:
Es ist niemand zu Schaden gekommen.
Außer den Rigips-Wänden in unserem Kämmerlein (und der völlig verrußten Wohnung über uns) ist
anscheinend kein nennenswerter Sachschaden entstanden.
1 1/2 Stunden später wären wir nicht mehr zuhause gewesen und unsere Nachbarin von oben wollte an
diesem Tag eigentlich in Berlin sein...
Wir haben wohl alle sehr viel Glück gehabt...
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