Am 16.04.2001 brannte es gegen 13:00 Uhr in der leerstehenden Wohnung direkt über uns. 

...

ca 12:40 Uhr, alles begann mit einem leisen Plätschern...
Als der Mittags-Abwasch gerade fertig war, fiel Bine ein leises Plätschern auf. Dieses Plätschern hatte ausnahmsweise nicht unsere (mal wieder) im Bad am Wasserhahn spielenden Kinder als Ursache. Es kam aus der winzigen Abstellkammer hinter unserer Küche. Dort lief Wasser die Wände herunter und es tropfte ziemlich stark von der Decke. Bine fing sofort an die in der Kammer abgestellten Sachen rauszuräumen und alles was wir an Eimern und Schüsseln hatten unter die Rinnsale zu stellen, damit sich das Wasser nicht in unserer ganzen Küche und in der frisch renovierten Wohnung unter uns verteilt. Inzwischen lief ich zu unserer Nachbarin zwei Etagen über uns um nachzusehen, ob in ihrer Küche Wasser überläuft oder ein Rohr o. ä. geplatzt ist. Die Nachbarin (wohnt schon seit über 60 Jahren im Haus) mußte ich aus ihrem gerade begonnenen Mittagsschlaf klingeln um in ihrer Küche nach dem Rechten zu sehen. Bei ihr war allerdings kein Defekt zu finden. Das Rauschen konnte man hier aber auch sehr deutlich hören. Das Geräusch und demnach auch das Wasser mußten also aus der leerstehenden Wohnung zwischen uns kommen. Ich habe mich dann kurz für die Störung entschuldigt, bin wieder runtergelaufen und habe eine Mitarbeiterin unserer Hausverwaltung über deren Notdienst-Handy gebeten sofort jemanden zu schicken, der die Wohnung aufschließen, und darin das Wasser abstellen konnte.

ca. 12:50 Uhr, von jetzt an ging alles sehr schnell...
Ich war gerade dabei mit diversen Plastiktüten-Konstruktionen das noch immer von oben kommende Wasser aufzufangen und in die Eimer zu leiten, als Bine plötzlich ganz aufgeregt angelaufen kam und mir zurief, daß die Nachbarin von oben Rauch im Wohnzimmer hat und ich die Feuerwehr anrufen soll. In dem Moment wurde mir bewußt, daß es im Treppenhaus vor der oberen Wohnungstür leicht verschmort gerochen hatte...
Während Bine unsere Kinder anzog um mit ihnen das Haus zu verlassen und auf dem Weg nach draußen zusammen mit dem Nachbarn von unter uns (bei dem sie gerade wegen des Wassers Bescheid gesagt hatte) alle anderen Nachbarn aus ihren Wohnungen zu klingeln, rief ich zum ersten Mal in meinem Leben den Feuerwehrnotruf 112. Danach lief ich wieder nach oben. Dort stand schon der Nachbar von unter uns (aus der frisch renovierten Wohnung) um zu helfen. Ich hab nur kurz gesagt "Zieht Euch was über, nehmt Eure Papiere und dann raus hier..." und schon ging es wieder nach unten. Auf dem Weg nach unten haben wir noch kurz überlegt, ob wir die Tür der leerstehenden Wohnung aufbrechen und zu löschen versuchen sollen, hielten das aber für zu gefährlich, da wir die Situation in der Wohnung von draußen nicht beurteilen konnten. Sowas lehrt uns Hans Meiser...

ca 12:55 Uhr, es gibt noch was zu retten...
Wieder in unsere Wohnung angekommen habe ich dann nur fix eine Jacke übergezogen, den Strom abgestellt, Computer abgeklemmt und ins Auto in Sicherheit gebracht, Auto weggefahren (Platz für die Feuerwehr gemacht), wieder ins Haus, Handy, Kamera und Ausweispapiere geschnappt und und wieder rausgerannt. Da waren die Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge schon zu hören...

13:03 Uhr...
...war die Feuerwehr schon in vollem Einsatz und ist das erste Foto (hier ist es das dritte) entstand. Nachdem die Feuerwehr wieder abgerückt war, haben wir uns fast alle noch bei den Nachbarn unter uns bei einer Flasche Wein versammelt um uns von dem allgemeinen Schrecken zu erholen. Das für diesen Ostermontag in unserem Verein für die Kinder veranstaltete Ostereier-Suchen ist für unsere drei durch die ganze Sache leider ins (Lösch-)Wasser gefallen.

Zu guter Letzt:
Es ist niemand zu Schaden gekommen.
Außer den Rigips-Wänden in unserem Kämmerlein (und der völlig verrußten Wohnung über uns) ist anscheinend kein nennenswerter Sachschaden entstanden.
1 1/2 Stunden später wären wir nicht mehr zuhause gewesen und unsere Nachbarin von oben wollte an diesem Tag eigentlich in Berlin sein...
Wir haben wohl alle sehr viel Glück gehabt... 

 

Von der (am Anschlußkabel unfachmännisch geflicken) 3-fach-Steckdose ist kaum etwas übriggeblieben. Aus dem Stecker, der einmal zu dem Warmwassergerät gehörte ragen die blanken Drähte heraus. Die Isolierung ist komplett verbrannt.

Das war einmal irgend ein Warmwassergerät, der Verursacher des ganzen. Das Gehäuse hat sich sozusagen "in Rauch aufgelöst". Warum das Gerät einen Brand verursachen konnte ist bisher unklar, alle drei Hauptsicherungen für die leerstehende Wohnung wurden beim Auszug der letzten Mieter vor ca. 2 Jahren entfernt.

Danke...
möchten wir an dieser Stelle allen Beteiligten sagen: